Location: Café Schwarzenberg

Lesezeit: 19:30 Uhr

© Stefan Joham

Alfred Pfabigan,

studierte Rechtswissenschaften und Politische Philosophie an der Universität Wien und promovierte 1971 als Jurist. In der Folge war er 1972 bis 1973 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Politikwissenschaft am Institut für Höhere Studien und wissenschaftliche Forschung in Wien und 1973 bis 1980 Assistent am Institut für Politikwissenschaft in Salzburg bei Norbert Leser. 1979 habilitierte er sich, seit 1980 ist er als außerordentlicher Universitätsprofessor an der Universität Wien tätig.

Pfabigan befasst sich in seinen Arbeiten mit der Wiener Moderne ebenso wie mit theologischen Fragen, setzt sich mit der Realität des politischen Systems in Nordkorea auseinander und geht tiefenpsychologischen Überlegungen zu Karl Kraus und Thomas Bernhard nach. Pfabigan hat auch zahlreiche Medienauftritte wahrgenommen und mehrere Gastprofessuren ausgeübt, so etwa 1987–88 am Franklin & Marshall College in Lancaster (Pennsylvania, USA).

© Stefan Joham

Max Gruber,

ist promovierter Jurist, studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Wien, den USA und Frankreich, danach war er Unternehmensberater und Investmentbanker in Amerika, Asien und Europa.

Es folgt eine Regie-, Autoren- und Schauspielausbildung an der USC Film School in Los Angeles. Seither freier Autor und Regisseur.

Neben seiner filmischen Tätigkeit agiert Gruber als Texter, Mastermind und Frontman seines Ensembles „Des Ano“. Zuletzt schrieb er für das Wiener Lustspielhaus „Don Giovanni oder Der letzte Mann“. Max Gruber hat die Drehbücher für zwei österreichische Tatort-Folgen verfasst.

MORD ZUM SONNTAG – Tatortphilosophie, (Residenzverlag)

Im Oktober 2016 wird der 1000. Tatort ausgestrahlt – Zeit für eine kritische Analyse mit erstaunlichen Ergebnissen.

Bis zu 14 Millionen Menschen verfolgen jede Woche den Mord zum Sonntag. Die wohl langlebigste Fernsehserie wird als „kulturelles Gedächtnis“ wahrgenommen, das sensible Themen und aktuelle Fragen nicht scheut. Doch was verbirgt sich hinter Kapitalismuskritik und tagespolitisch brisanten Einsätzen der Kommissare mit den brüchigen Biografien? Pfabigan zeigt Zusammenhänge zur nationalsozialistisch geprägten Geschichte des deutschen Polizeifilms auf, er verweist auf zahlreiche Kontinuitäten hinter zeitkritischen Anliegen. Im Vergleich zu amerikanischen CSISerien erweisen sich die Tatort-Opfer als verdächtig schuldig, die Täter als auffallend einfühlsam gezeichnet und Recht und Unrecht als eine Gefühlssache, die wenig mit Beweisen zu tun hat.

Die Moderation des Gesprächs wird HELMUT SCHNEIDER übernehmen.